uwewiestLernen und Zusammenleben

Dr. Uwe Wiest, Dipl.-Psych., Leiter des Schulpsychologischen Dienstes Bremen  a.D.

Originalarbeiten

Entwicklung der Person   Gesellschaft   Gespräch    Entspannung    Testen    Lernen   
Schulpsychologie    Schulvermeidung    Supervision    Glauben    Humor    Fotos

Uwe Wiests Vita

Werdegang und Berufsleben

Bad Oldesloe

Am 28. April 1942 wurde ich in Bad Oldesloe geboren. Meine Mutter stammt aus Nordenham, mein Vater aus Stuttgart. Die Wiests sind eine schwäbische Buchbinder-Dynastie. Mein Großvater August Wiest war ein Wandersmann. Abmarsch in Stuttgart, Ziel Bad Oldesloe. Meine Schwester Helga ist dem Beruf treu geblieben. Ich hatte es mehr mit dem Lesen als mit dem Einbinden.

Jetzt bin ich sozu­sagen Delmenhorster mit innerdeutschem Migra­tions­hinter­grund. :) Berufliche Heimat über fast 40 Jahre: Bremen.
Mein Großvater mütterlicherseits war Kapitän. Johann Sassen stellte mir das erste Zeugnis aus.

Eingeschult wurde ich 1948 in die Neue Stadtschule. Damals gab es noch Reichsmark und Schulspeisung. Konfirmiert 1956 vom Vater des späteren Ministers Gerhard Stoltenberg in der Peter-Paul-Kirche.
1961 Abitur am Theodor-Momm­sen-Gymnasium. Es waren fachlich hochkarätige und zum Teil rührend-warm­herzige Lehrkräfte, die mich unter­richteten und förderten.

In meiner Jugend habe ich einige Glaubens-Purzelbäume gemacht. So ganz hat mich das Thema nie losgelassen. Die Ergebnisse meines Nachdenkens finden sich auf meiner Seite „Sehen und Glauben“.

Studium in Hamburg

An der Hamburger Uni habe ich Psychologie studiert. Ich war ein begeisterter und begei­sterungsfähiger Student. Meine Hochschul­lehrerinnen und -lehrer (Hofstätter, Lienert, Cohen, Tack, Wendt, besonders Frau Kerekjarto und beide Tauschs) haben mich fasziniert.Mentale Leckerbissen waren die Vorle­sungen von Carl Friedrich von Weizsäcker über Kosmogonie.
Wolf-Dietrich Grodzicki plauderte in seinen Vorlesungen kurzweilig und tiefsinnig über seine psychoanalytischen Sitzungen. Einmal hatte er sein Manuskript vergessen, was man ihm aber nicht anmerkte. Er hatte alle seine Geschichten im Kopf.
Mein Doktorvater Reinhard Tausch hat einen großen Einfluss auf die Ausübung meines Berufs als Schulpsychologe gehabt und mir ein breites Spektrum an Fertigkeiten und Wissen mitgegeben, insbesondere die personenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers. Er wurde am 6.11. 2011 neunzig Jahre und verstarb am 8.8.2013.
Meine Kolleginnen und Kollegen sagten später oft zum mir „Also, was du aus deinem Studium für Honig gesogen hast ...“

Als Jugendlicher und als Student war ich zeitweise persönlich und finanziell in einer schwierigen Lage. Ich befürchtete oft, abzustürzen. Dann ging die Tür zum Leben auf: ich hatte das Diplom, die Promotion und eine wunderbare Aufgabe im Bremer Schulwesen. Wenn man so will, der umgekehrte "Goldene Reiter".
Die Erinnerung an meine eigenen Probleme haben mich davor bewahrt, gegenüber dem Scheitern anderer Menschen eine hochmütige Haltung einzunehmen.
1967 erwarb ich das Diplom in Psychologie, blieb ein knappes Jahr im Psychologischen Institut Hamburg tätig und ging 1968 als Schulpsychologe nach Bremen, frisch verheiratet mit Brigitte Wiest, geborene Pfalzgraf. 1971 wurde ich „Dr. phil.“ Mein Dissertationsthema: Lesenlernen im Vorschulalter.

Schulpsychologe in Bremen

Mit dem sicheren Beamtenstatus im Rücken wurde ich immer freier, fand Gefallen am referieren, habe gern in der Menge gebadet und meinen Humor gepflegt.
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Ich war begeisterter Diagnostiker, Familientherapeut, Baumzeichnungs-Deuter, Supervisor für Lehrerkollegien und Schulleitungen, ich habe in einem Team Beratungslehrkräfte fortgebildet, ich habe Tests entwickelt – und mittags bin ich immer essen gegangen. Dieses Butterbrot-Beamtenleben mochte ich nie. Schon als Student in Hamburg habe ich mir nach dem Besuch der Mensa bei Café Neumann immer einen Sahnebaisser gegönnt.
Von Anfang an war ein Schwerpunkt meiner Arbeit die Lese- und Rechtschreibdiagnostik und die Sprachdiagnostik zur angemessenen Fähigkeits-Beurteilung von Kindern, die die deutsche Sprache (noch) nicht angemessen beherrschten. Zusammen mit Norbert Boyer habe ich mich in der Einrichtung und Gestaltung von Lese- und Schreibförderung engagiert.
Zwei Bücher und mehrere Artikel habe ich veröffentlicht. Ich habe immer gern geschrie­ben. Deshalb unterhalte ich auch diese Webseite. Das macht einfach Spaß. Ein Bonmot war die Redaktionsgemeinschaft eines Jugendlexikons, das im Schwarz­wald verkauft wurde. Sie bestand aus Bremer Schulräten, Fachleitern, und ich gehörte auch dazu. Vor-Google-Zeiten.

Die lebendige Bremer Schulbehörde

Von 1968 bis 1971 hatte ich als Referent für Schulpsychologie meinen Platz in der Behörde «Der Senator für das Bildungswesen“ am Rembertiring, danach mit meinen Kolleginnen und Kollegen eigene Außenstellen, von 1981 bis 2006 in der Straßburger Straße 12, die Villa mit ihrem wohnlichen Zuschnitt hatte für die Belange von Beratung und Supervision die richtige Atmosphäre. Weitere Standorte gab es in der Bremer Neustadt (ehemalige Grundschule an der Langemarckstraße) und in Bremen-Grohn in einem Ein-Familien-Häuschen,
Das Kollegium aus Referenten und Schulräten beim „Senator“ bestand aus inter­essanten Individualisten. Besonders erwähnen möchte ich den hochkarätigen, wissenschaftlich geprägten und integrativen Lernplaner aller Lernplaner, Dr. Caspar Kuhlmann. Er gestaltete die Lehrpläne für die neue Orientierungsstufe, die ja den Grundstein für die flächendeckende Gesamt­schule bilden sollte. Als Schul­psychologen waren wir in seine Lehrplan­ausschüsse eingebunden und gestalteten einige der berühmten «Kuhlmann-Leisten» mit. Das waren kurzgefasste Lehrpläne: links die didaktisch-methodischen Überlegungen, rechts die Vorschläge für die Praxis.
Beeindruckend war die Referentin für den Sonderschulbereich Eva Seligmann, eine sanfte und starke Frau mit heftigem Schicksal. Unter ihrer Amtszeit entwickelte sich das Bremer Sonderschulwesen zu einem leistungs­fähigen und individuell anpassungsfähigen System, in dem auch qualifizierte psychodiagnostische Arbeit ihren Platz hatte.
Als Bildungssenator habe ich Moritz Thape am meisten geschätzt. Er war den damaligen K-Gruppen ein Graus, ich kenne ihn als sehr kollegialen Vorgesetzten. Er hat allen zum Geburtstag gratuliert, ich bin mit ihm öfter um halb acht Fahrstuhl gefahren. Zu Beginn meines Vorstellungsgesprächs in der Bildungs-Deputation hat er gesagt, ich bräuchte mich nicht aufzuregen. Auch damit hatte er mich  für sich eingenommen.

Persönliche Weiterqualifizierung, Lehrerfortbildung, schulpraktische Forschung, Veröffentlichungen

In den neunziger Jahren war ich maßgeblich an zwei Projekten zur kollegialen Supervision beteiligt. Psychologen und vorgebildete Pädagogen arbeiteten mit Gruppen aus einzelnen Lehrerkollegien und ließen sich wissenschaftlich von Psychologen der Universität Bremen begleiten.
Das anschließende Projekt war die Fortbildung von Pädagogen zu Beratungslehrern durch ein Psychologen- und Fachleiter-Team. Der Schwerpunkt lag auf der personen­zentrierten Gesprächsführung. Die Fortbildungsmaßnahmen schlossen mit einer Überprüfung der konkreten Beratungsleistung ab. Hier konnte ich mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben, an handverlesene beratungs-begabte aufgeschlos­sene Lehrkräfte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an einer regel­mäßigen Supervision teil. Kein Wunder, dass einige von ihnen Schulleiter­innen und -leiter geworden sind.
Meinen Forschungsdrang und mein Bedürfnis nach Weitergabe psychologischer Inhalte an Lehrer stillte ich in der Schulbegleitforschung Bremen. Damalige Leitung: Dr. Ingrid Kemnade. Ich war Berater der  Projekte 49, 59 (Sprachstandstests), 101 (soziale Kompetenz) und 112 (Beratung in der gymnasialen Oberstufe, Seite 37f.).
Ich habe andere fortgebildet  - und mich selber immer wieder qualifiziert:
Bevor die Digitalisierung in der Behörde Einzug nahm, hatten die Schulpsychologen das Glück, kompetente Referenten für Workshops einladen zu dürfen. So lernten wir den Paradigmenwechsel zu systemischen Beratungsmethoden, so dass wir uns fit machen konnten für moderne Familienberatung, Beratung von Lehrergruppen und Supervision. (Danach ging alles Geld für PC-Kurse drauf, womit ich wenig anfangen konnte. Ich habe mich selber qualifiziert, wie man sieht, recht erfolgreich).
Eine weitere Quelle der persönlichen Qualifizierung waren die Kongresse der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband detuscher Psychologen und die Tagungen der Gesellschaft für Verhaltenstherapie dgvt.
Hier meine persönliche Sammlung verschiedener Zertifikate und Danksagungen. Hier meine wesentlichen Veröffentlichungen.
Zeitlich parallel zu der Beratungslehrer-Fortbildung war ich übrigens jahrelang als Ausbilder für Verhaltenstherapeuten tätig, gemeinsam mit dem Schulpsychologen Peter Hegeler. Das passte für mich inhaltlich perfekt zusam­men.
In meinem letzten Dienstjahr 2006/2007 habe ich ausschließlich Daten für meine Grundschultests: Lesen, Schreiben, Rechnen erhoben.

Nach meiner Pensionierung unternahm ich noch den Versuch, privat weiter in der psychologischen Beratung tätig zu sein und hatte im WS 2007/2008 einen Lehrauftrag beim Fachbereich Erziehungswissenschaften der Uni Bremen. Es war kein Neuanfang, sondern ein langsames Auspendeln der praktischen beruflichen Tätigkeit. Geblieben ist die Zusammenarbeit mit dem Persen-Verlag in Sachen Diagnostk und Förderung in der Grundschule.
Mit zwei Kolleginnen hielt ich vor und nach dem Ausscheiden aus dem Dienst Kontakt: mit Brunhilde Christoph aus dem Präventionsreferat und Bärbel Stiller, Sonderpädagogin an einer Bremer Grundschule in Walle. Mit Brunhilde praktizierte ich jahrelang systemische Familientherapie, Bärbel habe ich über längere Zeit dienstlich und privat beraten. Gleichzeitig habe ich von ihren hohen beruflichen Kompetenzen profitiert. Sie verstarben 2011.

Freude des pensionierten Psychologen: Das Chorsingen

1991 bin ich mit dem Singen als Tenor im Chor angefangen. Meine erste Konzert-Beteiligung war mit dem Oratorienchor Delmenhorst die Messe in Es-Dur von Franz Schubert. Geworben wurde ich bei einer Silberhochzeitsfeier, als ich mich am Gesang von "Mein Vater war ein Wandersmann" hervorgetan hatte (siehe oben: der Großvater August).
Durch das Singen kenne ich mich in vielen Bereichen des Chorgesangs aus, Klassik, Volksmusik, Pop.
Frühere Chor-Mitgliedschaften:
Oratorienchor Delmenhorst
Aktives Chormitglied:
Eine offene Veranstaltung des Dunkelkammerchors findet jährlich in der Bildungsstätte Bredbeck statt, da wo ich früher Beratungslehrer fortgebildet habe. So schließt sich der Kreis.
Gesangverein Teutonia-Delmenhorst (Chor- und Vorstandsmitglied)

Familie

Seit 1968 verheiratet, getraut mit Brigitte Wiest geb. Pfalzgraf - im schönen Standesamt von Mölln in Lauenburg/Holstein; dieses Jahr goldene Hochzeit. Ein Sohn, eine Schwiegertochter, eine Enkeltochter.

Von mir administrierte Webseiten:

www.uwewiest.de - Seit 2000. Pädagogische und klinische Psychologie.
www.duschaffstes.eu - Seit 2007. Berufsorientierung.
www.teutonia-delmenhorst.de - Seit 2012. Gesangverein TeuTONia Delmenhorst.



Impressum

Dr. Uwe Wiest, Dipl.-Psych.
Eichenstraße 32
27749 Delmenhorst
Telefon 04221 5848337
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