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Analog und Digital


Uwe Wiest, Mai 2019

Frau und Mann: sie nutzen das Internet und sind unabhängig vom Internet

Selbständig ohne Strom, Benzin, Netz.

Der Mensch kann flüssig lesen und schreiben. Mit Stift und Papier. Der Mensch kann mit Geduld und guter Geschwindigkeit längere Texte lesen und schriftlich verfassen.

Der Mensch arbeitet mit Büchern, einem Medium, das unabhängig von Strom und Netz die gewünschte Information hergibt. Immer vorhanden, muss nicht angeschaltet werden.

Der Mensch beherrscht die Grundrechenarten und benötigt für einfache Rechenaufgaben keinen Taschenrechner und keine Software. Es kann mit den wichtigsten Maßen und Gewichten umgehen.

Der Mensch kann malen, was sie oder er sieht.

Der Mensch kann selber musizieren. Gesang, vielleicht auch ein Instrument Spielen. Der Mensch lässt sich nicht von perfekten Medienangeboten vom eigenen Tun einschüchtern und abhalten.

Der Mensch hat Geduld im Kommunizieren, das geschriebene Wort gilt wieder etwas, auf das man sich konzentriert und das man immer wieder lesen kann. Der Mensch hat mit der Antwort Zeit, bis der Postbote die Nachricht bringt. Der Mensch schreibt und antwortet mit Bedacht.

Der Mensch kann laufen und mit Muskelkraft radfahren, Der Mensch kann schwimmen. Ohne Hilfsmittel kann Der Mensch sich fortbewegen und genießt die analoge Langsamkeit, die die Aufmerksamkeit für die Umgebung fördert. Der Mensch braucht keine Muckibude, weil Der Mensch sich im Alltag bewegt und körperlich anstrengt.

Der Mensch benutzt digitale Medien als Ergänzung ihrer oder seiner ausgeprägten Fähigkeiten. Der Mensch nimmt das Digitale nicht zum Anlass, zu stagnieren und zu verkümmern.

Die Aufgabe der Schule ist es, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler zu entwickeln, die sie als Person unabhängig machen. Das Digitale ist Zugabe. Nicht Seil Tanzen vorm laufen Lernen. Das Digitale ist nicht dazu da, Schüler unnötig von Apparaten abhängig zu machen.

Frei nach dem Motto: Ich habe mein Smartphone, meine Kamera nicht dabei? Ich habe kein Netz? Mein Akku ist alle? Macht nichts. Ich habe Papier, Stifte, Bücher, Liederbuch, Gitarre.

Und ich tausche mich mit den Leuten aus, die körperlich in meiner Nähe sind. Ich sehe sie, ich höre sie, und ich erlebe unmittelbar, wie sie auf mich reagieren, nicht nur sprachlich, sondern auch mit ihrem Gesichtsausdruck und ihrer Körperhaltung. Ich kann sie sogar (nicht) riechen!

Die analogen Fähigkeiten erwerben und pflegen, und gewieft die neuen Medien nutzen.

Botschaft

Forschung: digitale Medien und Fähigkeiten

In der Buxton School in Massachusetts dürfen Schüler ihre Telefone nicht mehr benutzen.

Wohl aber PCs und Laptops und einfache Texttelefone. Das führt zu wesentlichen Verbesserungen im Umgang miteinander.
nzz.ch 28.11.2022