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Umgang mit sich und anderen - Zuhören

Grundlagen

Menschen reden gern. Wer selber ständig redet und nicht zuhört, erfährt viel von sich selbst und nichts von anderen. Machen Sie die Probe aufs Exempel: Sie waren in Kroatien oder in der Karibik. Kaum zwei Sätze gesagt, da werden Sie mit den Urlaubserfahrungen anderer vollgetextet.

Berater geben gern Rat-Schläge. Sie wissen dann schon, was für andere gut ist. Sie haben ja so viele Erfahrungen, sie brauchen gar nicht genau zu wissen, wie die Lage der Person ist, der sie raten. Zum Zuhören hat man einfach keine Zeit – oder keine Lust.

Beraten ohne Zuhören ist eine vergebliche Kunst. Beraten ohne Zuhören macht schlechte Gefühle. Es ist ermüdend, wenn ausschließlich Allein-Unterhalter am Werk sind. Das gilt auch für Unterrichtsgespräche, wenn Lehrer heftig steuern und dominieren, dass Schüler-Äußerungen nur Versatzstücke, Lückenfüller sind.

Wer in Kontakt mit anderen Menschen kommen will, etwas von ihnen erfahren will und eine Überzeugung, ein Nachdenken, eine persönliche Entwicklung fördern will, muss zuhören können.

Die Grundlage des Zuhörens ist Neugier auf eine andere Person oder eine Gruppe.

Zuhören kann passiv sein: einfach nichts sagen, andere reden lassen, dabei eine zugewandte mimische und körperliche Haltung zeigen: Blickkontakt, sich leicht vorbeugen, Lächeln, mit dem Kopf nicken. Man kann ermunternde Fragen stellen: „Erzähle doch mehr darüber.“ Oder Bemerkungen wie „Aha“, „Hmhm“.

Man kann nach weiteren Details fragen, oder um eine weitere Erklärung bitten, wenn man etwas nicht ganz verstanden hat.

Zuhör-Profis formulieren die Gedanken und Gefühle, die sie aufgenommen haben, mit eigenen Worten. Das ist ein ganz starkes Zeichen an einen Gesprächspartner, dass man zuhört und versteht.

Zum Zuhören gehört auch, dass man nicht bewertet oder Suggestiv-Fragen stellt. Also nicht: „Meinst du, dass das richtig war?“ „Hättest du nicht stattdessen lieber das und das machen sollen?“

Vorschläge

Versuche mal, einige Minuten nur zuzuhören. Verzichte auf deine Meinungen, Ideen, Bewertungen, enge Fragen, die jemand nur mit „Ja“ und „Nein“ beantworten kann. Horche in dich hinein, macht dich das kribbelig? Gehen dir tausend Sachen durch den Kopf, die du jetzt gerne sagen würdest? Fühlt sich dein Gesprächspartner wohl, redet sie oder er weiter, wenn du zuhörst?

Notiere anschließend deine Beobachtungen und Erfahrungen.