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Umgang mit sich und anderen - Gewohnheiten

Grundlagen

Was man immer tut, weil man es gewohnt ist, das fühlt sich richtig an. Was man nicht gewohnt ist, fühlt sich falsch an.

Wenn man bei seinen Gewohnheiten bleibt, kennt man die Auswirkungen. Man nimmt sie in Kauf, auch wenn sie manchmal oder oft unangenehm sind. Denkt oder handelt man anders, weiß man nicht, was dabei herauskommt. Da macht unsicher.

Beispiele:

Ein schöner Abend ohne Alkohol?

Eine Gesellschaft, bei der man nicht redet? Oder ausnahmsweise doch mal redet?

Eine Beziehung ohne Zank und Geschrei? Wie fade.

Eine Stunde ohne Smartphone, Fernsehen, Musik aus der Konserve, einfach nur so da sitzen? Da muss man doch an die Decke gehen!

Einfach essen, wenn du Appetit hast? Du hast schon das Bild vor Augen, wie fett du sein wirst.

Sich mal nicht schminken? Wie sieht das denn aus?

Als Mozart-Liebhaber Rammstein hören? Geht's noch?

Frau Müller freundlich grüßen? Deine Augen verdrehen sich schon bei dem Gedanken.

Der Mensch neigt dazu, sich unter solchen Menschen zu bewegen, die ähnliche Gewohnheiten und Vorlieben haben, und die einen darin bestärken, dass diese Gewohnheiten richtig sind.

Professoren bleiben unter sich, Diebe, Gothiks, Schicke-Viertel-Bewohner, Linke, Deutsch-Nationale, Junkies, Mütter, Rentner, Millionäre, Hiphops, Unternehmer, Asylanten, Veganer, Strenggläubige Eiferer, Laubenpieper … bleiben unter sich. Usw usw.

Manche gesellen sich auch zu für sie schädlichen Mitmenschen, weil sie das immer schon getan haben.

Misshandelte Ehefrauen zu brutalen Männern.

Co-Alkoholiker (Menschen, die Alkoholikern das Suff-Leben jahrelang möglich machen) zu ebendiesen.

Klein-Dealer (Drogenbosse).

Prostituierte (Zuhälter, zum Beispiel aus dem Rocker-Milieu).

Arbeitnehmer mit armseliger Bezahlung, die sich halbtot arbeiten (Den Chefs geht es gut).

usw usw

Vorschläge

Erweitere mal gelegentlich mit deinem Verhalten. Um neue, vielleicht gute Erfahrungen zu sammeln.

  • Wer ständig redet, sollte mal schweigen.

  • Wer ständig in Bewegung ist, sollte den Körper mal ruhig halten.

  • Wer mürrisch ist, sollte mal freundlich sein.

  • Wer immer im Mittelpunkt stehen will und muss, sollte sich mal zurückhalten.

  • Wer schwer Kontakte findet, sie aber auch gar nicht sucht, sollte sich mal dazu stellen, wenn andere eine kleine Gruppe bilden und sich unterhalten.

  • Wer sein Kleingeld zusammen hält, sollte mal einen ausgeben.

  • Wer immer Recht hat, sollte anderen mal recht geben.

  • Wer immer in Eile ist, sollte mal trödeln.

  • Wer immer gebeugt umherschleicht, sollte mal aufrecht und zügig gehen.

  • Wer sich schlecht behandelt fühlt und das nie äußert, aber sich lange grämt, sollte sich beim nächsten Mal wehren.

  • Wer immer an anderen herummeckert, sollte mal loben.

  • Wer immer bei seinen eigenen Gedanken ist, sollte mal anderen ein längeres Stück zuhören.

  • Wer immer gern als Zuhörer gebraucht wird, aber übergangen wird, wenn er selber etwas erzählen will, sollte sich mal verweigern.

  • Wer sich meistens bedienen lässt, sollte mal etwas für andere tun, seine Dienste anbieten.

  • Wer immer für andere da ist, andere bedient, sollte seinen Service mal einschränken und etwas für sich tun.

  • Wer nie etwas richtig zu ende macht, nimmt sich mal eine Sache vor und bringt sie zum Abschluss.