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Umgang mit sich und anderen - Einfühlen

Grundlagen

Will man die innere Welt, das heißt Gedanken, Gefühle, Empfindungen, einer Person kennen lernen, und will man einer Person helfen, ihre Gedanken in Ruhe zu entwickeln, fühlt man sich ein.

Wie geht das? Du formulierst das, was dein Gegenüber sagt, in eigenen Worten.

A. „Ich vertrödle immer ganz viel Zeit, bevor ich mit den Hausaufgaben anfange.“

B. „Du kriegst einfach nicht den Dreh, sofort loszulegen.“

A. „Ja, und dann habe ich ganz lange da gesessen und wenig geschafft.“

B. „Und das ärgert dich dann, wenn es wieder so gelaufen ist.“

Man geht immer auf den vorigen Satz ein. Man ist sozusagen ein Echo, das Gegenüber kann dann bewerten, ob es genau das ist, was es gemeint hat, oder nicht ganz, und es dann entsprechend modifizieren.

Diese Art des Gesprächs kann man auch Begleiten nennen. Du bist immer ziemlich genau auf der Höhe der Gedanken, die dein Gegenüber gerade entwickelt.

Auf den ersten Blick klingt diese Art der Gesprächsbegleitung vielleicht umständlich. Der Gesprächspartner lernt aber dabei: sie oder er wird nicht bedrängt. Sie kann ihre Gedanken entfalten, ohne von dir abgelenkt oder ausgebremst zu werden.

Vorschläge

Einfühlen im Gespräch, das ist auch Übungssache. Fange einfach damit an, dass du die Äußerungen deines Gesprächspartners wiederholst. Das wird dir komisch vorkommen, aber die Erfahrung zeigt, dass Gesprächspartner schon das als angenehm empfinden.

Mit einiger Erfahrung lernst du, dich etwas kürzer und dichter zu äußern und andere Worte zu gebrauchen, oder dich bildhafter auszudrücken.

Probiere es mal mit Leuten aus, mit denen du gut befreundet bist und lasse dir sagen, wie deine Art des Einfühlens ankommt.

Zeichne mal eine Gesprächs-Sequenz auf und überlege mit deinem Trainingspartner, wie treffend du dich eingefühlt hast, und was man sonst noch hätte sagen können.

Schreibe mal auf, was du normalerweise gesagt hättest und frage deinen Partner, wie das angekommen wäre.