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Der ungläubige Thomas

Das Vierfelder-Quadrat des Glaubens.

Evangelium nach Johannes, Kap. 20

25 Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
26 Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!
27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28 Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Bild: Michelangelo Merisi da Caravaggio, etwa 1603

Die Geschichte enthält nur zwei Varianten des Glaubens und des Zweifelns bzw. Ablehnens.
In Wahrheit sind es vier Alternativen, die alle ihren Sinn machen.



Glauben      
Nicht Glauben
Sehen
Der klassische Thomas-Typ:
erst skeptisch, dann erleichtert, wenn er glauben darf
Der Skeptiker-Typ, der um die Empfänglichkeit für Zaubertricks, Täuschungen,
Fälschungen weiß
Nicht Sehen
Der Theist,
gläubig um jeden Preis, will Gott auf seiner Seite
Der klassische
Skeptiker:
stolz auf sein  Urteilsvermögen

Diie Theisten und die Thomasse sind gleichermaßen naiv. Die Thomas-Variante klingt auf den ersten Blick überzeugend. Aber: er probiert den Realitätstest gar nicht! Caravaggios Bild entspricht nicht dem Bibeltext!

Selbst wenn Gott persönlich erscheint
und mit mir ein Gespräch führt, gibt es dafür sicher
eine andere Erklärung als die, dass Gott existiert.
Einfach mal eine Liste aufstellen,
wie es zu dieser Erscheinung gekommen sein kann.
Ich fange mal an:
Die Artikel von Uwe Wiest handeln von verschiedenen Versuchen, religiöse Erscheinungsformen  kreativ und skeptisch zu betrachten.