Das Recht aller Rechtgläubigen, an Irgendwas Gläubigen,
Ungläubigen und Anders-Seienden auf ein würdiges Dasein

Religion dient der Unterscheidung zwischen der Gemeinschaft, der jemand angehört, und anderen Gemeinschaften. Äußerlich und innerlich. Sie dient dem Recht Haben. Sie legitimiert Gewalt und Unrecht gegen andere von »oben«, dient dem Unterdrücken des Denkens. Es geht darum, eine Botschaft, bestimmte Schriften und eine Führer-Person für sakrosankt, unfehlbar zu erklären und auf Kosten anderer Weltanschauungen und Lebensarten zu verbreiten. Selbstverständlich auch mit Gewalt, im Auftrag Gottes.

Glaube ist durch nichts zu erschüttern.
Offensichtliche Beweise für ein blindwütiges Schicksal werden nicht wahrgenommen.
Ereignisse, die statistisch gesehen völlig unbedeutsam sind, werden als Beweise göttlichen Wirkens gesehen.

Daher gehört auf jede Bibel, auf jeden Koran, auf alle heiligen Bücher, der Aufdruck²:

Glauben ist nicht Wissen. Glauben kann Unsinn sein. Glauben gefährdet unter Umständen Ihre geistige Gesundheit.

Religionsgemeinschaften, die in einem demokratischen Rechtsstaat diesen Satz nicht akzeptieren, verdienen unser Misstrauen, weil sie ihn im Zweifelsfalle abschaffen und durch ihre totalitäre Weltsicht ersetzen wollen, wenn man sie denn lässt. Das haben sie in Vergangenheit und Gegenwart oft genug unter Beweis gestellt.

Es gibt keinen Gott, der sich klar offenbart und uns sagt, wie wir leben sollen. Darum gibt es immer wieder diese Auseinandersetzungen zwischen Religionen. Keine Gottes-Religion und keine Unter-Sekte ist plausibler als eine andere. Sie sind alle nicht plausibel und basieren überwiegend auf abergläubischen Geschichten mit Absolutheits­anspruch.

Es sei denn, man versteht diese alten Geschichten nicht als Tatsachen sondern als unter Umständen lehrreiche Gleichnisse.

Gebrauch religiöser Schriften als Anstöße zum Denken, Glaube an Gott mit bescheidenem Zweifel an eigenem Erleben und Erfahren, so mag es gehen.

Das Wesentliche ist nicht ein Gott oder ein Prophet oder eine Schrift, sondern die

Barmherzigkeit.

Barmherzigkeit als Zugeständnis: alle Menschen haben ein Recht auf ein lebenswertes Dasein.

Wenn die Menschheit diese nicht zu pflegen bereit ist, wird sie untergehen.

Wo die Barmherzigkeit einzieht, entsteht der Himmel, wo sie fehlt, die Hölle.
Auf dieser Welt.

Das kann jeder sehen. Nicht zu glauben.

¹ Die Tempel und Kirchen werden immer den Göttern und Religionen der Eroberer geweiht, zerstört oder umgebaut. Die Götter der Besiegten gehen unter.

² Bei Nikotin- und Arzneimittelprodukten ist das mittlerweile gang und gäbe.












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