uwewiestLernen und Zusammenleben

Dr. Uwe Wiest, Dipl.-Psych., Leiter des Schulpsychologischen Dienstes Bremen  a.D.

Originalarbeiten

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Die Rechtfertigung der Religionen geschieht über ihre Heiligen Bücher. Bücher mit exclusiven Botschaften Gottes, des Allmächtigen.
Man kann die Bibel oder den Koran als Gottes Wort nehmen, Wort für Wort.
Andere tun dies als überholten und abergläubischen Mumpitz ab.
Mich interessiert, welchen Wahrheitsgehalt die Geschichten der Bibel, speziell des Neuen Testaments, haben könnten,
wollte man sie wie ein Kriminalkommissar oder ein Gerichts-Psychologe untersuchen und rational erklären.
Denn alles, was die Menschen als Wunder angesehen haben und ansehen, lässt sich mit einer anderen Hintergrundgeschichte ohne Mythos beschreiben.
ch will das nicht abwerten. Solche Inszenierungen sind kluge menschliche Meisterstücke. Fake Olds vom Feinsten.

Uwe Wiest

Sehen und Glauben

Geschichte 1
Die Auferstehung
Geschichte 2
Die Versuchung

Versuchung
Bild: Juan de Flandes ca 1500

Die Versuchung: Der Messias mag keinen Widerspruch. Da wird er fuchsteufelswild.

Matthäus 4:

1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde.
2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.
3 Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden.
4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«
5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels
6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«
7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«
8 Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niedergällst und mich anbetest.
10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.«
11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.  (Vom bibelserver.com)

Jesus wurde im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte in der Phantasie der Religösen und der Kirchen hochgepuscht von einem Zimmermann und Wanderprediger zu GOTT:
Und die Geschichten, die Jesus als Gott begründen sollen, sind durchsichtig und einfach zu erklären.

Ich erzähle es mal aus der Sicht des Freundes aus der Tempelschule:
"Vor einiger Zeit habe ich Jesus, den Sohn des Zimmermanns wieder getroffen, mit dem ich zusammen in der Rabbischule war. Er war ein unglaublich begabter Schüler, aber immer schon ein bisschen abgehoben. Als ich ihn wieder traf, kam er gerade aus der Wüste. 40 Tage hat er gefastet, und wie das so ist, er hatte Halluzinationen, das habe ich nicht gleich in der ganzen Tragweite gemerkt. Er hat mich auch nicht richtig erkannt und mich behandelt als sei ich ein Fremder.
Dann fing er an, mir zu erzählen, er hätte jetzt erkannt, dass er Gottes Sohn sei und die Welt erlösen wollte. Oh oh oh, ich dachte, wenn der so etwas herum erzählt, bekommt er richtig Schwierigkeiten, mit der Verwaltung, den Hohepriestern, und vor allem mit den Römern.
Da ich ihn als intelligenten Menschen kannte, dachte ich, vielleicht kann ich ihn mit rationalen Argumenten überzeugen. Zum Beispiel: müsste er als Gottes Sohn nicht locker etwas zaubern können? Zum Beispiel Steine in Brot verwandeln, um seinen Hunger zu stillen? Das sagte ich ihm. Nun, Jesus hat die ganzen alten Schriften im Kopf, und sofort kam ein Bibelvers: (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«
Also: kein Realitätstest, sondern ein Spruch. So behält man seinen Größenwahn. Also versuchte ich es selber mit einem Bibelzitat. Ich bestieg mit ihm das Dach des Tempels und bat ihn, herunterzuspringen, denn es steht ja geschrieben: (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«
Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.« Also: wieder kein Realtitätstest. Er ist Gottes Sohn, aber er weigert sich, das zu beweisen.

Da wurde ich langsam zornig. Mich ritt sozusagen der Teufel und ich tauchte in seinen Wahn mit ein: "Ich bin der Satan, und ich verspreche dir alle Länder der Erde, wenn du mich anbetest." Ich hatte erwartet, dass er jetzt endlich merkt, wie albern das alles ist. Aber er war nicht mehr der Jesus, den ich kannte, er war fest entschlossen, nunmehr Gottes Sohn zu sein. Er nahm meinen Ausspruch für bare Münze und zieh mich der Sünde gegen das erste Gebot, wurde wütend und drohte auf mich einzuschlagen. Da habe ich aufgegeben und mich schnell aus dem Staube gemacht.
Wie furchtbar und vorhersagbar die Geschichte mit dem Jesus ausging, ist dann ja bekannt. Was ich aber nicht für möglich gehalten habe ist, dass er im Austausch mit seinen vielen, vielen Anhängern auch noch in seinem Wahn bestätigt wurde. Die haben sich dann richtig gegenseitig aufgeschaukelt."

Glauben 2.0
Religion kann man nicht abschaffen. Hier einige Vorschläge, wie sie den ihr gebührenden Platz bekommt.



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