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Einige Grundregeln zum Lesen Üben, liebe Eltern.

  1. Grundsätzlich: Lernen wird enorm erleichtert, wenn die Situation emotional in Ordnung ist.
    Wenn beide Seiten entspannt sind und es sich für ein paar Minuten nett machen.
    Wer dagegen unter Stress lernt, baut emotionale Barrieren gegen das Lernen auf.

  2. Üben Sie täglich, üben Sie regelmäßig und in kleinen Portionen. Begrenzen Sie das zusätzliche Üben auf 5 Minuten. Lesen Sie mit dem Kind zum Beispiel täglich zwei Sätze oder 10 Wörter.

  3. Lassen Sie das Kind nicht „schwitzen“. Es ist furchtbar, wenn das Kind mühsam ein Wort zusammenstoppelt und dann gleich nicht mehr weiß was es gelesen hat.
    Was erfährt das Kind bei solchen Übungen? Lesen ist schwer, Lesen macht Angst. Ich verstehe sowieso nicht, was ich lese.
    Daher: Bekommt das Kind das Wort nicht heraus, sagen Sie ihm vor und fragen es nach zwei Minuten noch mal wie das Wort heißt. Vorsagen ist beim Lesen erlaubt und wünschenswert. Das Kind lernt, wenn man ihm vorsagt.

  4. Wenn das Kind einen Satz mühsam erlesen hat, wiederholen Sie den Satz am besten noch mal, und das Kind liest dabei leise mit. Ersparen Sie dem Kind, den Satz gleich noch einmal lesen und erneut mit den Buchstaben kämpfen zu müssen.

  5. Wenn das Kind noch Mühe mit ganzen Wörtern hat, lassen Sie es silben- oder gar laut-buchstaben-weise lesen. Decken sie Wortteile ab, so dass es angemessen kleine „Portionen“ erlesen kann.

  6. Lesen Sie drei Sätze vor und lassen Sie das Kind einen Satz lesen. So können Sie kleine Geschichten und in Kapitel unterteilte Kinder-Romane schnell bewältigen. Wenn das Kind sich steigert, können sie Ihren Anteil verringern.

  7. Leseprobleme sind meist die Folge einer Verzögerung in der Sprachentwicklung. Ärgern Sie sich nicht darüber, wenn Ihr Viertklässler wie ein Erstklässler liest. Wenn man noch mal „von Null“ anfängt, lernt das Knd meist schnell, Sie müssen von dem Niveau herunter, das von Ihrem Kind von der Schule verlangt wird. Manche Kinder sind im vierten Schuljahr erst so weit, sich das Lesen zu erarbeiten, nur, das bietet ihm dann keiner mehr an. Haben Sie Geduld, arbeiten sie auf einfachem Niveau. Lassen Sie es Buchstaben heraussuchen, Silben lesen, steigern Sie langsam die Anforderungen.

  8. Nutzen Sie die Interessen Ihres Kindes. Will es wissen, was es im Fernsehen gibt? Es gibt die Fernsehzeitung. Wie geht das Computerspiel? Es gibt eine Gebrauchsanweisung oder Hilfe.

  9. Loben Sie. Zeigen Sie, wie überrascht Sie sind, dass das Kind dieses schwere Wort erlesen hat. Gut, prima, Klasse, ausgezeichnet, toll ....

  10. Verbotenes reizt. Schlitzohrige Eltern verbieten ihren Kindern ausdrücklich, vor dem Einschlafen im Bett zu lesen. Das steigert die Lesemotivation oft erheblich.