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Die Achilles-Ferse des Menschen

oder Siegfrieds Lindenblatt-Panne.

Der Mensch ist ein intelligentes Wesen, er überwindet die Einschränkungen seines Wahrnehmungssystems und erkennt die objektive Welt. Er besiegt oder vermindert Krankheit, Armut, Altern, breitet sich hemmungslos aus, eignet sich seinen Planeten an, dringt ins Weltall vor.

Trotzdem läuft die Entwicklung des Menschen nicht rund, im Gegenteil, er ist sich selber eine tödliche Gefahr.

Seine Macken:

  • Kurzfristiges Denken, Planen, Handeln. Vernachlässigen der mittelfristigen und langfristigen Perspektive.

  • Bevorzugung der sofortigen Belohnung. Diese ist anscheinend nicht unter Kontrolle der Vernunft, oder wie man heute sagt, des Großhirns (Seit man heute weiß, wo die Vernunft steckt, sagt man „Großhirn“. Klingt wissenschaftlich, damit ist aber nichts gewonnen).

  • Bevorzugung des eigenen Nachwuchses, der eigenen Klientel, der eigenen sozialen Klasse, des eigenen Volks, der eigenen Religion, kurz gesagt: die Menschheit wird nicht als gemeinsame Familie gesehen.

  • Eigentum, Bereicherung. Wer die Gelegenheit hat, sich die Taschen voll zu stopfen, stopft sich die Taschen voll (dabei ist es völlig egal ob jemand Christ ist oder Sozialdemokrat, Kommunist, links oder rechts).

  • Eigenes Eigentum wird geschützt und vermehrt, die öffentliche Hand darf geschädigt werden. Folge: steinreiche Familien, Stars, marode Finanzen der Kommunen.
    Schlechtes Benehmen bei öffentlichem Eigentum und in der Natur, gutes auf dem eigenen Grundstück oder in der eigenen Wohnung. (Stichwörter: Hundekot, Müll, Vandalismus in öffentlichen Toiletten, Zigaretten-Kippen, Lärm - und in ganz großem Stil: Verdreckung der Gewässer und der Weltmeere mit Plastikabfall).

  • Schlechtes Benehmen, wenn es keiner sieht.

  • Schlechtes Benehmen, wenn niemand einen belangen kann.
    (zwei Regeln, die viele Kriminelle nicht begriffen haben. Die sitzen dann ein, die anderen nicht).

  • Freund- und Feindbilder, um eigenes verwerfliches Tun zu rechtfertigen. In diese Kategorie gehört die militärische Aufrüstung, Waffenverkäufe an „gute“ Systeme, die sich morgen als schlechte Systeme erweisen, die Überlegung, Konflikte mit Atombomben auf Zivilisten zu lösen. Aggressive Religionen, die als Vorwand der Machtausübung und Ausbeutung dienen. Gott wird als bösartiger Wutkopf dargestellt, der seine Feinde vernichtet.

  • Tierschutz für niedliche Tiere, Foltern und Töten von Tieren, die der Mensch aufessen will oder für Bekleidungszwecke benötigt.

  • Nicht zuletzt: Herrschaft von Männern über Frauen, Aggressionspotential und Kriminalität von Männern.

Welche Phänomene sind davon betroffen?

Der Zusammenbruch der sozialdemokratischen Parteien (Solidarität wird nicht mehr gebraucht und auch von Sozialdemokraten nicht mehr ausgeübt).

Korruption der Regierenden. Finanzamt-Betrug des normalen Bürgers. (Dem fehlen allerdings die tollen Gelegenheiten).

Die Aufrüstung und die lokalen Kriege. Wir schmeißen keine Bomben auf die eigenen Großstädte. Wir weinen über sieben Terror-Opfer und ignorieren Hunderttausende von Toten in anderen Ländern.

Die Umweltzerstörung wegen kurzfristiger Gewinne einiger weniger.

Die Bekämpfung des Journalismus (Gefängnis, Morde).

Die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich in den sogenannten Industriestaaten.

Der Mensch kann sein eigenes Paradies schaffen.

Kann er? Die negativen und positiven Eigenschaften des Menschen sind stark ineinander verquickt.

Eins von vielen Beispielen: ohne das Militär gäbe es keine Weltraumfahrt.


Aktuell 13. Oktober 2019

  • Unter dem Titel "Siegfrieds Lindenblatt" habe ich die vielen Optionen aufgezählt, die die Gattung Mensch hat, um sich selber zu vernichten.

    Dazu gehört das kurzsichtige Gewinnstreben und die fehlende Verantwortungsbereitschaft  für die Grundlagen allen Lebens auf dieser Erde.

  • Leider gibt es einige vor allem männliche Prominente, die plump gegen Greta Thunberg und die ganze Jugendbewegung wettern und sich damit ein ganz schlechtes mentales Zeugnis ausstellen.

    Nach dem Motto: Man muss nur von den jungen Kritikern dieses Planeten-Raubbaus verlangen, dass sie selber asketisch-perfekt leben. Andernfalls kann man ihre Forderungen in die Ecke stellen - und alle drecken weiter herum wie bisher.

    Es sind die Generationen davor, die diese Wegwerf-Gesellschaft, diese Gier nach immer mehr und für die eigene Gruppe, geschaffen hat - und diese Jugend sozialisiert hat.

    Toll, das junge Menschen sich neben sich stellen können und erkennen, dass es so nicht weiter geht.

  • Wozu sind Klima-Demos da und wozu nicht?

    • Sie sind dazu da, auf ein für die Menschheit, nein, für alle Lebewesen, drohendes Desaster hinzuweisen und zu fordern, dass alle Verantwortlichen etwas dagegen unternehmen.

    • Sie sind nicht dazu da, Expertenurteile abzugeben. Experten, die wissenschaftlich begründet schlimme Prognosen für die Lebensgrundlagen auf der Erde abgeben, gibt es genug.

    • Klimaaktivisten müssen keine perfekt umweltbewusste Lebensweise dokumentieren. Das können Einzelne nur begrenzt, und das ist eine andere Ebene.
      Im übrigen, würden sie radikal umweltfreundlich leben, bekämen sie sehr schnell das Image von Sektierern, über die man herziehen kann.

  • Nimmt die Weisheit mit dem Lebensalter zu? (In Politik und Wirtschaft werden die Erfahrenen Bewährten vorgezogen. "Wir lassen uns doch von Küken nichts sagen")
    Wenn dem so wäre, würde bei der Alterslastigkeit in den Führungsetagen die Weisheit pur ausbrechen. Es ist wohl eher so: man hat seine Bindungen, seinen Platz in der Gesellschaft, seine Angewohnheiten, seine Verpflichtungen (was das auch immer ist), seine Mutlosigkeit, seine Starre ...

    Es besteht überhaupt kein Grund, einer bestimmten Altersgruppe mehr oder weniger zu vertrauen. Und: die Frische, die Begeisterungs-Fähigkeit, die Rigorosität, der unverstellte Blick auf die Dinge, kommen eher von den Jungen.