uwewiestLernen und Zusammenleben

Dr. Uwe Wiest, Dipl.-Psych., Leiter des Schulpsychologischen Dienstes Bremen  a.D.

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Geschlechtergerechte Sprache

Die einen wollen eine Grammatik, in der deutlich wird: bei bestimmten Begriffen wird von Frauen und Männern gesprochen und nicht nur von Männern.
Die anderen empfinden das als Verhunzung der deutschen Sprache und als Kommunikationshemnis im schriftlichen Ausdruck.
Es geht darum: nicht <Lehrer> zu schreiben, sondern <LehrerIn> oder <Lehrer/in>, <Lehrerin oder Lehrer>, <Lehrerin und Lehrer>.
Das kann bei ständiger Wiederholung für den Leser nervig sein. Aber es ist auch so, dass man sich bei der rein männlichen Ausdrucksweise auch wirklich nur Männer vorstellt. Denn die Sprache stammt aus der Zeit, als viele Berufe nur oder überwiegend von Männern ausgeübt wurden.
Das Problem liegt also tief in der deutschen Sprache verankert. Die weibliche Form von männlichen Bezeichnungen, zum Beispiel von Berufsbezeichnungen stellt im übrigen keine wirkliche Gleichheit her, denn die weibliche Form ist immer die männliche Form mit einem Anhängsel, meistens <-In>.
Hier ist mein Vorschlag:
Wir setzen direkt bei dem Geschlecht des Begriffes an.
Das heißt, alle Bezeichnungen für Menschen und menschliche Rollen, die für beide Geschlechter gelten, werden zu sächlichen Wörtern, die mit <das> eingeleitet und entsprechend dekliniert werden. Die Begriffe selber erhalten nach wie vor keinen Zusatz:
Das Lehrer, das Kunde, das Politiker, das Autor, das Trainer, das Bürgermeister, das Pastor, das Forscher, das Dirigent, das Beamte usw.
Wenn wir <der Lehrer> schreiben oder sagen, meinen wir wirklich den männlichen Lehrer, sonst eben <das> Lehrer.
Bei meinem Vorschlag werden alle Begriffe geschlechtsneutral, die nicht zwischen Frauen und Männern unterscheiden sollen. Sie sind sofort als solche zu erkennen.
 Mein Vorschlag hat den Vorzug: die Begriffe können ohne Zusatz bleiben, und die Sprache wird eindeutiger. Man sieht sofort, ob es sich um eine Bezeichnung für Menschen oder speziell für Frauen oder Männer handelt, je nach gebrauchtem Artikel.
Trotzdem ist das heftig gewöhnungsbedürftig, es geht einem sozusagen gegen die anerzogenen Strich. Aber es ist nur konsequent, auch in der Richtung einer völligen sprachlichen Gleichberechtigung der Geschlechter. Außerdem: niemand kann sagen, das sei umständlich.
Die genaue Ausgestaltung, auch bei den unbestimmten Artikeln und sonstigen Feinheiten der Deklination überlasse ich gern den Spachexperten. Hier geht es erst einmal um den Grundgedanken.


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