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Im Zusammenhang mit Covid-19 werden wir mit Daten, Schätzungen, Simulationen geradezu überschüttet,
Wenn man die vielen Informationen verarbeiten will, kommt man um eine Beschäftigung mit Methodenlehre nicht herum.

Wissenschaftler sagen heute dieses, gestern sagten sie jenes, morgen vielleicht etwas anderes.
Das ist gut und richtig so, denn:

Im Gegensatz zu Doktrinen und Religionen geht es in der Wissenschaft um die Wechselwirkung zwischen Hypothesenbildung,
Überprüfung, Verfifizierung oder Falsifizierung. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind immer im Fluss. Wissenschaft kennt keine ehernen Wahrheiten.
Das verträgt sich schlecht mit dem Alltagsverständnis von Expertentum oder mit dem Wahrheitsbegriff von Religionen und Ideologien..
Es gibt eben nicht die großen alten Weisen oder um heilige Bücher mit Goldschnitt, die uns unverrückbare Erkenntnisse servieren.
Wissenschaft ist, wenn sie gut ist, ergebnisoffen und besteht aus dem kontinuierlichen Feilen an Einsichten.
Nur so gibt es Erkenntnisfortschritt.

Die Statistik der Pandemie : Das dicke Ende der Häufigkeitsverteilung  Ulf von Rauchhaupt FAZ.NET 2.6.2020

Pandemiestatistik: Begriffe Pamela Dörhöfer fr.de. gefunden am 8.6.2020 (vom 29.4.2020)

Einführung in die statistische Methodenlehre. Mathelexikon.at

Quantitative Methoden. Peter Schmidt, Bremen. SoSemester 2010

Ambiguitätstoleranz

Das ist das Zulassen von sich anscheinend widersprechenden Wahrnehmungen. Die Welt ist nicht eindeutig.
Man kann Personen manchmal lieben und manchmal hassen. Etwas kann schön und gleichzeitig bedrohlich sein.
Menschen haben Eigenschaften, die einem gefallen oder die abstoßend sind. Beides. Es gibt so gut wie keine reinen Engel oder Teufel.
Eine Alternative, eine Entscheidung, kann gleichzeitig Vor- und Nachteile haben.
Aggressivität kann positiv sein: Selbstdurchsetzung - oder negativ: verletzend.
Ambiguitätstoleranz heißt: mehrere Deutungen und Bewertungen zulassen.
Ambiguitätstoleranz bedeutet: Uneindeutigkeiten, Ungewissheiten aushalten.
Geringe Ambiguitätstoleranz, also die Vortäuschung von Eindeutigkeiten, macht das Leben erst einmal leichter -
und führt zu totalitärem Denken. Zu Verschwörungstheorien. "Ich weiß, wie es in Wirklichkeit ist. Ganz einfach.

Das ist so, als wenn alle im Dunklen herumtappen und jemand sagt: ich sehe die Wahrheit, das Licht."
So ist es auch mit Covid-19. Ganz ganz langsam lernen wir damit umzugehen, Erkenntnisse zusammenzutragen und zu modifizieren.
Aber die Vereinfacher tragen mit großer Emotion vor: Ist doch nur eine Grippe. Die wollen nur die Demokratie platt machen.
Der und der steckt dahinter, die und die.

Ambiguitätstoleranz ist der Grundpfeiler einträglichen Zusammenlebens.

Dunning-Kruger-Effekt: Warum sich Halbwissende für besonders klug halten. nationalgeographic.de Jens Voss 5.6.2020

"Gerade Menschen mit wenig Wissen überschätzen oft ihre eigenen Fähigkeiten – während sie die Leistungen kompetenterer
Menschen verkennen. Weshalb ist das so?"

Kognitive Dissonanz

"bezeichnet in der Sozialpsychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass mehrere Kognitionen – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – nicht miteinander vereinbar sind. Diese ursprüngliche Definition wurde inzwischen dahingehend verfeinert, dass kognitive Dissonanz durch die Unvereinbarkeit von Kognitionen und der Wahrnehmung eigener Handlungen entsteht. (Stangl, 2020)."

Kognitive Dissonanz ist das emotionale Gegenstück zur Ambiguitätstoleranz.








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